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Gig Economy

Förderung fairer Arbeit auf digitalen Plattformen

Auf einen Blick

Die Gig Economy zeichnet sich durch einen Arbeitsmarkt aus, der in großem Maße von kleinen und kurzfristigen Arbeitsaufträgen, sogenannten Gigs, geprägt ist. Diese Arbeitsaufträge werden in der Regel über digitale (Arbeits-)Plattformen vermittelt. Sie werden dabei entweder als sogenannte Cloudwork online vermittelt und ausgeführt (z.B. Programmierungs- oder Designaufträge) oder als location-based work online vermittelt aber analog und ortsgebunden ausgeführt (z.B. Fahr- und Lieferdienste).

Etwa 40 Mio. Menschen in Ländern geringen und mittleren Einkommens verdienen einen Teil oder ihren ganzen Lebensunterhalt in der Gig Economy, Tendenz stark steigend. Digitale Plattformen tragen damit zur Schaffung von Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten bei und senken mögliche Eintrittsbarrieren in den Arbeitsmarkt. Plattformen agieren als Intermediäre, die Angebot und Nachfrage verbinden, aber auch die Rahmenbedingungen für Austausch und Verhalten der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Auftraggeberinnen und Auftraggeber setzen.
Trotz ihrer zentralen Stellung treten Plattformunternehmen dabei oftmals als reine Arbeitsvermittler auf und klassifizieren die Arbeiterinnen und Arbeiter, die für sie arbeiten, als unabhängig Beschäftige bzw. Selbstständige. Dadurch entfallen wichtige gesetzliche Sorgfaltspflichten. Dies führt zu einer Prekarisierung von Arbeit und wachsenden Machtasymmetrien zwischen Plattformen und Arbeiterinnen und Arbeitern. Die Letzteren leiden häufig unter schlechter Bezahlung, intransparenten Kündigungen, fehlenden Möglichkeiten und geregelter Prozesse, um Einspruch gegen Entscheidungen der Plattformen einzulegen, langen Arbeitszeiten und weiteren negativen Aspekten. Es fehlen notwendige Voraussetzungen, Wissen und Instrumente zur Förderung fairer Arbeit in der Gig Economy auf nationaler und internationaler Ebene. Hier setzt das Flagship Gig Economy an.

Unser Ansatz

Das Gig Economy Flagship hat zum Ziel, die notwendigen Voraussetzungen für faire Arbeit in der Gig-Economy auf der Ebene der 1) Arbeiterinnen und Arbeiter (Mikroebene), 2) Plattformen (Mesoebene) und 3) Schlüsselakteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft (Makroebene) zu verbessern. Dies wird erreicht durch Sensibilisierung und Wissensaufbau sowie Capacity Development bei relevanten Akteuren, Ausbau und Skalierung eines Bewertungsmechanismus für die Arbeitsbedingungen der Plattformen sowie nationaler und internationaler Bewusstseinsbildung für die Potentiale und Gefahren der Gig Economy.

Unser Ziel

Das Projekt baut auf der Zusammenarbeit mit dem Oxford Internet Institute zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf digitalen Plattformen auf und vertieft diese auf der Ebene der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Entscheidungsträgerinnen und -träger. Dieser ganzheitliche Ansatz soll
– Arbeiterinnen und Arbeiter in die Lage versetzen, ihre Rechte besser zu kennen und nachgefragte Fähigkeiten zu erwerben,
– Impulse setzen, sodass Plattformen selbst Maßnahme für faire Arbeit ergreifen und
– faire Arbeitsbedingungen durch die Entwicklung von agilen regulatorischen Rahmenbedingungen unterstützen.

Insgesamt wird auf diese Weise faire Arbeit in der Gig Economy gefördert, während unfairen Praktiken auf den drei Ebenen entgegengewirkt werden kann.

Weiterführende Informationen

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