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Blockchain

© Blockchain Lab/GIZ

Auf einen Blick

Die Blockchain-Technologie ist eine neuartige Form der Datenspeicherung. Transaktionen werden in einer wachsenden Liste durch ein verteiltes Netzwerk von Computern verarbeitet, verifiziert und gespeichert. So wird eine hohe Datensicherheit und –transparenz erreicht.Dabei können Transaktionen jede Art von Information sein, wie z. B. Finanztransaktionen, Verträge, Aktien, oder Grundbucheinträge. Im Vergleich zu herkömmlichen Datenbanken hat Blockchain drei wesentliche Vorteile:

  1. Die Einträge der Datenbank liegen nicht auf einem einzigen Server, z.B. einer Bank oder Behörde, sondern sind gleichzeitig und komplett auf viele Computer verteilt. Dadurch sind die Daten in der Datenbank sicherer vor Manipulation und Angriffen, da Hacker alle Computer angreifen müssten, auf denen die Blockchain läuft.
  2. Alle Eintragungen sind kryptografisch verschlüsselt und nicht veränderbar. Neue Informationen werden dem bestehenden Datenblock hinzugefügt, altes wird nie überschrieben. Es entsteht eine Kette von Blöcken – eine Blockchain. Die Folge: Veränderungen bleiben nachvollziehbar und transparent. Nachträgliche Manipulationen sind nicht möglich.
  3. Trotz aller Transparenz schützt Blockchain die Identitäten der Nutzerinnen und Nutzer – denn statt Namen gibt es zu jeder Transaktion nur Codes. Die Nachverfolgbarkeit und Transparenz der Einträge sorgt für Vertrauen zwischen den Nutzerinnen und Nutzern und ermöglicht Transaktionen zwischen Unbekannten, ohne dass es einer zentralen Steuerungsinstanz, wie z. B. einer Bank oder einem Notar, bedarf.

Dank dieser Vorteile bietet sich die Blockchain-Technologie zur Anwendung in einer Vielzahl von Fällen für die Agenda 2030 an. Denkbar ist dies zum Beispiel für fälschungssichere Bildungszertifikate, intelligente Stromnetze, parametrische Klimarisikoversicherungen oder transparentere Lieferketten.

Herausforderungen von Blockchains – das Erste-Meile-Problem

Neben den Potentialen der Blockchain-Technologie für die EZ entstehen auch Herausforderungen durch die Anwendung. Eine Blockchain ist nur so gut wie ihre eingespeisten Daten. Was auf einer Blockchain gespeichert wird, ist zwar sicher vor Manipulation, aber die Blockchain-Technologie kann nicht die Qualität bzw. Korrektheit der ursprünglich eingespeisten Daten überprüfen. Eine Universität kann einem Absolventen z. B. einen Abschluss verleihen und diesen mittels Blockchain fälschungssicher abspeichern. Sollte dem zuständigen Sachbearbeiter aber ein Tippfehler beim Eintragen unterlaufen und der Abschluss somit unkorrekt abgespeichert werden, steht der Absolvent im schlimmsten Fall ohne oder mit falschem Abschluss da. Dieses Beispiel zeigt, dass Blockchains für die Schaffung von Vertrauen in Bildungszertifikate führen kann, in dem diese nicht mehr gefälscht werden können. Falsch eingespeicherte Daten können jedoch auch negative Auswirkungen auf die Nutzerinnen und Nutzer haben. Zur Lösung des Problems sind analoge Kontrollen, die jedoch immer noch ein Manipulationsrisiko beinhalten, oder automatisierte Datengeneration (z. B. durch Sensorik oder Interfaces) notwendig.

Besondere Herausforderungen in Lieferketten

Durch die internationalen Handelsprozesse finden die einzelnen Produktionsschritte weltweit verteilt statt. Dies führt dazu, dass die Lieferketten oft nur schwer ersichtlich sind und häufig kein genaues Wissen über den Ursprung eines Produktes besteht. Eine typische Anwendung der Blockchain-Technologie ist daher die Herstellung einer nachvollziehbaren Lieferkette, da hier die jeweiligen Produktions- und Verarbeitungsschritte in Form von Transaktionen des jeweiligen Guts sichtbar gemacht werden können. Durch Blockchains lassen sich die einzelnen Akteure identifizieren und müssen vermehrt für ihr Fehlverhalten haften. Dennoch ist neben dieser technischen Lösung auch ein kooperatives Verhalten der Akteure nötig, um wirklich transparentere und zuverlässigere Lieferketten zu gewähren. Denn auf einer Blockchain-Technologie eingetragene Produkte können im realen Prozess ausgetauscht werden, ohne dass es dem System (also der virtuellen Repräsentation des Prozesses) auffällt. So sind z. B. zwei virtuell unterschiedene Wasserflaschen von einer bestimmten Herstellermarke in Echt nicht unterscheidbar. Einige Unternehmen versehen zwar Verpackungen mit einem produktspezifischen QR-Code, um jede einzelne Wasserflasche genau zu identifizieren, doch auch diese Methode könnte manipuliert werden: Die aufgeklebten QR-Codes oder der Inhalt der Flasche kann im Verarbeitungsprozess entlang der Lieferkette ausgetauscht werden. Deshalb sind auch hier Kontrollen erforderlich.

Aktueller Stand

In mehreren Zielbereichen der BMZ-Digitalisierungsstrategie werden derzeit Blockchain-Anwendungen erarbeitet. Diese befinden sich bislang noch in der Anbahnungs- bzw. Startphase. Wenn sie sich bewähren und skalierbar sind, werden die Projekte weitergeführt.

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