Praxis

Plattformen

© Karin Desmarowitz/GIZ

Was sind digitale Plattformen?

Digitale Plattformen ermöglichen die Vernetzung von Akteuren, Verbreitung von Informationen, Abwicklung von Transaktionen sowie die Vermittlung von Arbeitsaufträgen. Sie funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie ein Markplatz in der analogen Welt: Der Organisator bringt Käufer und Verkäufer, Informant und Interessierten, oder die Tauschpartner zusammen.

Man kann im wesentlich Unternehmensplattformen (Business to Business) Kundenplattformen (Business to Customer) sowie Verwaltungsplattformen (Government to Citizen) voneinander unterscheiden.

Vorteile von Plattformen für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit?

Digitale Plattformen lassen sich sinnvoll in Projekten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit einsetzen, um Zielgruppen miteinander zu vernetzen, Tauschhandel anzuregen, oder Informationen schnell und breit zugänglich zu machen. Weitere Vorteile lassen sich durch spezifische Charakteristika der Plattformen ableiten. Diese sind unter anderem:

Flexibilität und Skalierbarkeit

Plattformen können beispielsweise zur Jobvermittlung genutzt werden. Um Ausbeutung der Plattformarbeiter durch gegenseitige Unterbietung des Preises zu vermeiden, hat die vom BMZ unterstützte Fairwork Foundation fünf Prinzipien von fairer Arbeit auf digitalen Plattformen erarbeitet, anhand derer diese bewertet werden können. Diese Kriterien sind: faire Bezahlung, faire Bedingungen, faire Verträge, faires Management und faire Repräsentation. Sie helfen derzeit rund 70 Millionen Menschen in Partnerländern, eine online Arbeit zu finden. Sie ermöglichen outsourcing und crowdsourcing von Arbeitsplätzen über Landesgrenzen hinweg.

Plattformen können darüber hinaus als Leih- und Tauschbörsen dienen. Sie vernetzen beispielsweise lokale Traktorverleiher mit Bauern, die die Angebote direkt online und schnell vergleichen können.

Transparenz und Effizienz

Die Informationen, die den Nutzern auf Plattformen zur Verfügung steht, machen den Markt transparenter und weniger anfällig für Korruption. Außerdem ist die Information häufig mit einem Klick abrufbar und somit schneller und effizienter als analoge Alternativen.

Für den optimalen Einsatz in EZ-Projekten ist es wichtig, dass Plattformen bedeutende Netzwerkeffekte erzeugen: Je mehr Nutzerinnen und Nutzer, desto mehr Nutzen entsteht dadurch. Gleiches gilt für die generierten Daten: je mehr Daten, desto optimaler lässt sich das Angebot gestalten, desto höher der Wert der Plattform. Umso attraktiver wird die Plattform für andere Anbieter, um Services auf dieser Plattform anzubieten.

Wie können Sie Plattformen in Ihren Projekten nutzen?

Um Herauszufinden, ob und wie Sie Plattformen in ihren Projekten einsetzen können, sind folgende Fragen hilfreich:

  • Gibt es in ihrem Projekt Informationen, die dezentral gesammelt werden und dann einer breiten Zielgruppe zugänglich gemacht werden sollen?
  • Gibt es Anbieter und Nachfrager von Gütern oder Dienstleistungen, die sich bisher nur mit sehr hohem Aufwand matchen lassen?
  • Gibt es Materialen/ Maschinen/ Instrumente/Ideen, die von der Zielgruppe geteilt werden könnten, da sie in der Anschaffung teuer sind?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten können, sollten Sie die Einrichtung einer Plattform innerhalb Ihres Projektes in Erwägung ziehen. Das Referat 112 im BMZ und das Sektorvorhaben Digitalisierung in der GIZ beraten Sie gerne dazu.

 

Nutzungspotenzial für unsere Kernthemen: Beispiele

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