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Praxis

Innovations-Plattformen

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Open Innovation oder offene Innovation beschreibt ein dezentralisiertes und partizipatives Verständnis, wie Ideen generiert und in Organisationen implementiert werden. Es geht dabei um den Schritt von der “geschlossenen” zur “offenen” Innovation, also darum, Ideen außerhalb der Grenzen der eigenen Organisation zu finden. Denn: Nützliches Wissen ist im 21. Jahrhundert weit über Organisationsgrenzen hinaus verteilt. Egal wie groß oder fähig die Organisation ist – Erneuerungsprozesse sind ohne Impulse von außen weniger effektiv und meist durch organisatorische Grenzen und Wissenssilos beschränkt. Mit offener Innovation können Organisationen diesem Risiko entgegentreten.

Ein wichtiges Element von Open-Innovation-Prozessen sind Ideenwettbewerbe. Sie werden genutzt, um ein bestimmtes Problem mit Hilfe der Crowd zu lösen. Solche Wettbewerbe haben eine lange Tradition in der Ideenfindung, nur waren sie früher enorm aufwändig. Heute können Organisationen über eigene oder offene Online-Plattformen alle Interessierten weltweit ohne großen Aufwand zu Ideenwettbewerben einladen.

Ein Beispiel: Auf der Plattform OpenIDEO entwickeln Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt in einem Online-Design-Thinking-Prozess Lösungen für soziale Probleme. Sogenannte challenges, drei- bis fünfmonatige kollaborative Prozesse, beleuchten ein bestimmtes soziales oder ökologisches Problem und verbinden Teams, die gemeinsam Lösungen erarbeiten. Die challenges werden von Entwicklungsorganisationen, Unternehmen, Stiftungen, öffentlichen Institutionen oder Vereinen initiiert und finanziert. Mehr als 16.000 Ideen aus 185 Ländern wurden bisher eingereicht und diskutiert.

 

GIZ-Beispiel: Call for Solutions (AGE)

Die Auftraggeber- und Geschäftsentwicklung der GIZ nutzt in ihrem call for solutions ebenfalls einen Open-Innovation-Ansatz. In der Challenge 2018 werden Lösungen gesucht, die den wirtschaftlichen Austausch zwischen Geflüchteten und den aufnehmenden Gemeinden stärken. Die ausgewählten Ideen werden zu einem einwöchigen Innovationslabor nach Ruanda eingeladen. Dort werden die Lösungen an die Situation vor Ort angepasst.

 

GIZ-Beispiel: leverist.de – Do Business. Do Good.

Um innovative Geschäftsmodelle umzusetzen, verbindet die digitale Plattform Mitarbeitende der Entwicklungszusammenarbeit mit Unternehmen zu konkreten Geschäftsmöglichkeiten. Projektmanager*innen vor Ort identifizieren Geschäftspotenziale und machen diese für Unternehmen sichtbar. Bei Interesse treten Unternehmen über die Plattform mit den Projektmanager*innen in Kontakt. Nach einem Erstgespräch können Wege zur Umsetzung der Geschäftsidee gemeinsam erarbeitet werden. So werden Kollaborationen mit der Privatwirtschaft unkompliziert angebahnt, innovative Geschäftsmodelle erfolgreich implementiert und eue Impulse für die Entwicklungszusammenarbeit gesetzt.

 

Checkliste

 

Weiterführende Informationen

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