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Praxis

Digital Storytelling

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Digital Storytelling kombiniert erzählende Elemente mit digitalen Medien. Es vermittelt Wissen sowie Informationen und lässt unterschiedliche Menschen zu Wort kommen (E-Learning). In den letzten Jahren hat das digitale Geschichtenerzählen an Popularität gewonnen, da neue Werkzeuge und Kanäle im Internet entstanden sind, über die sich digitale Geschichten mit verschiedenen Medien (Text, Fotos, Videos, Audios, Grafiken, Karten
etc.) verbreiten lassen. Digital stories werden häufig aus einer individuellen Perspektive und einem teilweise persönlichen Blickwinkel erzählt und halten sich an bestimmte Formate und Regeln. Es gibt diverse Ausprägungsarten und Umsetzungsmöglichkeiten für Digital Storytelling, zum Beispiel in Form einer interaktiven Dokumentation, wie in „Serengeti – Wanderung ins Ungewisse“ vom Multimediaprojekt „Global Ideas“ der Deutschen Welle.

Die Stärke des Digital Storytelling: Texte, Bilder und Filme werden didaktisch sehr stark reduziert. Das macht die Geschichten leicht verständlich. Auch komplexe Sachverhalte und Themen der Entwicklungszusammenarbeit können so auf ein nachvollziehbares Maß heruntergebrochen werden. Die oftmals persönliche Erzählweise vermittelt darüber hinaus Authentizität und Glaubwürdigkeit. Dank ihrer multimedialen Inhalte sind sie ein wertvolles Instrument für die Wissensvermittlung – auch in Ländern mit einer geringen Alphabetisierungsrate. Natürlich stellen sich bei diesem Ansatz auch Herausforderungen:

Nicht zu unterschätzen ist der Zeitaufwand, den die Entwicklung eines professionellen und methodisch-didaktischen Rahmens für Digitalgeschichten braucht. Aufgrund der teils sehr persönlichen Inhalte der Geschichten muss genau geprüft werden, ob eine Geschichte überhaupt – und wenn ja in welchem Rahmen – veröffentlicht werden kann. Es erfordert Übung, komplexe Sachverhalte auf ein einfaches und prägnantes Format zu reduzieren, sie zu veröffentlichen und Rückmeldungen aufzugreifen.

Zu beachten ist: Es gibt keine „Blaupause“ für Digital Storytelling: Je nach Zielsetzung, Zielgruppe und Kontext ist aus einer Vielzahl unterschiedlicher Arten von Erzählweisen, Instrumenten und Methoden auszuwählen.

Das digitale Geschichtenerzählen kann auch in Projektabläufe integriert oder sogar zum Hauptbestandteil gemacht werden. Mögliche Anwendungsfelder sind:

  • Fördern von Medienkompetenz in Bezug auf technisch-methodische Fragen
  • Erhöhen der Selbstwirksamkeit von Zielgruppen durch die Bewusstwerdung eigener Werte, Ziele und Ideale; Reflektieren von Themen und Herausforderungen
  • Darstellen erzielter Wirkungen im Projekt
  • Anwenden qualitativ-narrativer Verfahren zur Evaluation und Wirkungserfassung, indem Zielgruppen Geschichten über von ihnen wahrgenom- mene Wirkungen erzählen
  • Nutzen des Werkzeugs in der Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten

Die folgende Checkliste bietet eine erste Orientierung über die Elemente, die zur Entwicklung einer digitalen Geschichte gehören.

Checkliste

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