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  • 26.01.2022
  • Allgemein
  • Chancengleichheit

Was tun gegen geschlechterspezifische Gewalt in der Plattformökonomie

Als direkter Vermittler zu Kundinnen und Kunden versprechen Online-Plattformen niedrigschwellige und transparente Einkommensmöglichkeiten für Selbstständige sowie informell Beschäftigte. Insbesondere in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen bieten Menschen Dienstleistungen, z. B. Fahrdienste oder Schönheitspflege, über Apps oder ähnliche Anwendungen an. In einem Artikel für das Kanadische International Development Research Centre zeigen die Autorinnen Gillian Dowie und Bama Athreya auf, wie die plattformengestütze, digitale Arbeit Fortschritte im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit gefährdet. Zum einen können die Codes, auf denen die Plattformen beruhen, geschlechterspezifische Diskriminierungsmuster reproduzieren, zum anderen sind Frauen dem Risiko von geschlechterbasierter Gewalt auf den Plattformen oft schutzlos ausgeliefert. Ratingfunktionen und das damit einhergehende Risiko niedriger Einstufungen sorgen dafür, dass Frauen in Missbrauchsfällen von Anzeigen absehen. Auch wenn Vorfälle gemeldet werden, bleiben die Anbieter zumeist untätig und verweigern den Betroffene den notwendigen Schutz.

Initiativen, die sich diesem Problem annehmen, nehmen allerdings zu, so die Autorinnen Dowie und Athreya. So haben in Indien Arbeiterinnen der Plattform Urban Company Streiks organisiert und dadurch zusätzliche Unterstützung durch das Unternehmen erkämpft. In anderen Ländern wird mit Vernetzung und kooperativen Modellen experimentiert, um die Stellung von Arbeiterinnen zu stärken