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  • 04.03.2022
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Turpi: eine Lieferapp von und für venezolanische Migrantinnen und Migranten in Ecuador

Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela sind in den vergangenen Jahren über 6 Millionen Menschen migriert, über 200.000 davon nach Ecuador. Dort – wie auch in anderen lateinamerikanischen Staaten – arbeiten venezolanische Migrantinnen und Migranten häufig im informellen Sektor, wie z. B. in der Lieferbranche für Lebensmittel. Über 60 % der Lieferfahrerinnen und -fahrer im Land kommen aus Venezuela. In der boomenden Branche sind sie mit den Schattenseite der Plattformökonomie konfrontiert: niedrige Löhne, unsichere Anstellungen, fehlendes Arbeitsrecht. Hinzu kommen zunehmende Anfeindungen und Diskriminierung durch die ecuadorische Mehrheitsgesellschaft.

Gegen die Ausbeutung und Ausgrenzung hat eine Gruppe von Venezuelanerinnen und Venezuelanern die Lieferapp Turpi gegründet. Die Geschichte der App hat die Journalistin Carolina Loza León für Rest of World aufgeschrieben. Die App soll die Lieferbranche für Lebensmittel für alle Teilhabenden fair gestalten und zudem die venezolanische Diaspora in Ecuador vernetzen. Zurzeit befindet sich die App noch in der Testphase und steht einer herausfordernden Zeit gegenüber. So erhalten die Entwicklerinnen und Entwickler keine externe Förderung und auch das Unternehmensmodell ist noch nicht vollständig ausgearbeitet. Nichtsdestotrotz erfüllt die App einen wichtigen Bedarf und stellt den großen Anbietern der Plattformökonomie ein solidarisches Modell gegenüber.