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  • 26.01.2022
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Indien: Wie muslimische Frauen mit gefälschte Auktions-Apps attackiert werden

Sobald Frauen und Mädchen online gehen, laufen sie Gefahr, Opfer von Belästigungen, Diskriminierung und anderen Formen geschlechterspezifischer digitaler Gewalt zu werden. Der technologische Fortschritt hat diese Risiken auf der ganzen Welt erhöht, sei es durch die vereinfachte Offenlegung persönlicher Daten, unautorisierte Standortverfolgung oder durch mit Deep-Fake-Anwendungen gefälschte pornographische Videos oder anderweitig manipulierten Bildern.

Ein emblematisches Beispiel für diese Verstärkung ist zuletzt in Indien publik geworden: In dem südasiatischen Land waren in den vergangenen Monaten verschiedene Apps zum Download verfügbar gewesen, auf denen muslimische Frauen vermeintlich versteigert wurden. Betroffene fanden plötzlich und ohne ihre Zustimmung persönliche Bilder in gefälschten Profilen wieder, die mit großer Geschwindigkeit über soziale Medien verbreitet wurden. Viele der Frauen, die auf den Plattformen attackiert wurden, sind ausgesprochene Kritikerinnen des Hindu-Nationalismus und der Politik von Premierminister Narendra Modi.

Auch wenn die Apps schließlich gelöscht wurden, sind die emotionalen und psychologischen Auswirkungen für Betroffene gravierend. Verstärkend kommt hinzu, dass die Schäden des technologiegestützten Missbrauchs häufig nicht als so real, schwerwiegend oder potenziell tödlich eingeschätzt werden wie Handlungen mit einem physischen Element.