Home > News > Hoheit über die eigenen Daten für Afrika
  • 29.04.2021
  • Daten für Entwicklung

Hoheit über die eigenen Daten für Afrika

Das Teilen und gemeinsame Nutzen von Daten kann die Forschung und Politikgestaltung darin unterstützen, Armut, Ungleichheit und abgeleitete Effekte in Afrika zu lindern. Trotz der Tatsache, dass die Datensätze oft von afrikanischen Gemeinschaften stammen, werden Gespräche über die Herausforderungen des Zugangs und der gemeinsamen Nutzung von diesen Daten zu oft von nicht-afrikanischen Interessengruppen geführt.

Das ist besonders fragwürdig, da ohnehin ein erheblicher Teil der digitalen Infrastruktur Afrikas von westlichen Technologiemächten wie Amazon, Google, Facebook und Uber, kontrolliert wird. Traditionelle Kolonialmächte verfolgten die koloniale Invasion durch Rechtfertigungen wie “die Ungebildeten zu bilden”. Datenakkumulationsprozesse werden von einer ähnlichen kolonialen Rhetorik begleitet, wie “die unterste Milliarde befreien”, “den Unbanked helfen”, “die Unverbundenen verbinden” und Daten nutzen, um “die Armut zu überspringen”. So werde auch Defizitnarrative perpetuiert.

Darum muss es das erste Ziel sein, eine starke afrikanische Perspektive und Mitspracherecht in der Nutzung ihrer Daten zu erlangen. Das stärkt zudem die Qualität der aus den Daten abgeleiteten Aussagen, da der lokale Kontext – aus dem die Daten hervorgehen – verstanden werden muss.