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  • 29.04.2022
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Brasilien: Polizeiliche Gesichtserkennung diskriminiert schwarze Bevölkerung

Im Zuge der weltweiten Digitalisierung setzen Behörden in Brasilien auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Kriminalitätsprävention. So nutzt der Bundesstaat Ceará  KI-basierte Gesichtserkennungstechnologie, um verdächtige Personen zu identifizieren. Laut João Dória, Gouverneur von Ceará, können diese so lokalisiert werden, bevor sie überhaupt eine Straftat begehen können. Neben der grundsätzlichen Herausforderung, Straftaten präventiv erkennen zu können, ignoriert Dória mit dieser Position auch, dass die Technologie bei schwarze Menschen nur unzureichend Gesichter unterscheiden kann. Aufsehen erregte ein Fall im Dezember 2021, als die KI das Gesicht eines schwarzen Amokläufers nicht von dem des bekannten US-amerikanischen schwarzen Schauspieler Michael B. Jordan unterscheiden konnte. Der Autor und Mozilla Foundation Fellow Tarcízio Silva meint dazu, dass der Rassismus der eingesetzten Technologie sichtbar gemacht und adressiert werden müsse. Andernfalls würde sich die bestehende Ungleichheit in Brasilien und die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung nur verstärken.