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Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Auf einen Blick

Die Umsetzung der Agenda 2030, die u. a. auch Klimaschutzziele enthält, ist Maßstab des Regierungshandelns und findet somit auch Eingang in Digitalisierungs- und Industrie 4.0-Projekte. An der Umsetzung in den einzelnen Ressorts werden die jeweiligen Ressortkoordinatoren beteiligt. Generell hat das Thema “Digitalisierung und Nachhaltigkeit” für das BMZ einen hohen Stellenwert und wird im Mittelpunkt der Oktobersitzung des Staatssekretärsausschusses für Nachhaltige Entwicklung stehen. 

Unsere Arbeit orientiert sich maßgeblich an der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die dort festgelegten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) verbinden stärker und systematischer als bisher Umwelt und Entwicklung. Obwohl Digitalisierung in den SDGs nur an wenigen Stellen explizit angesprochen ist, sind wir der Auffassung, dass die globalen Nachhaltigkeitsziele nur mit neuen digitalen Technologien erreicht werden können. Es geht dabei darum, die Chancen des digitalen Wandels zu nutzen und kompetent Risiken zu meistern. 

Um den Gleichklang von Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Digitalisierung weiter zu befördern, hat die Bundesregierung das diesjährige Gutachten “Unsere gemeinsame digitale Zukunft” des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in Auftrag gegeben. Das BMZ hat bei der Erstellung seine entwicklungspolitische Sicht eingebracht. Was konkrete Mechanismen zur Sicherstellung einer Kohärenz angeht, müssen die Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit vor einer Beauftragung durch die Bundesregierung eine Prüfung von Richtlinien zur Wahrung von Sozial-, Umwelt-, Gender-, Menschenrechts- und Kontextsensibilitätsstandards durchführen. Dies umfasst nicht-intendierte Wirkungen und Risiken, aber auch mögliche Zielkonflikte zwischen mehreren SDGs. Das Verfahren gilt für alle durch die Bundesregierung beauftragten Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit – auch Digitalisierungsprojekte. 

Ressourcenverbrauch und Klimaschutz

Für Zukunftstechnologien (bspw. E-Mobilität, Erneuerbare Energien, Breitbandausbau und Industrie 4.0) wird eine Vielzahl von Rohstoffen, wie Kupfer, Lithium oder die Elektronikmetalle Germanium, Indium, Gallium und Seltene Erden benötigt.

Diese Rohstoffe werden weltweit gefördert und transportiert. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die größten Produktionsländer wichtiger Rohstoffe für Zukunftstechnologien. Einige Märkte dieser Rohstoffe sind stark konzentriert (HHI) und werden in Ländern mit hohem Länderrisiko (GLR) produziert. Dies kann zu potentiellen Preis- und Lieferrisiken sowie Handelskonflikten führen (siehe USA – China Handelskonflikt mit Auswirkungen auf den Rohstoffsektor).

Die Studie „Rohstoffe für Zukunftstechnologien“, die das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI 2016 im Auftrag der Deutschen Rohstoffagentur erstellt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass für einige Rohstoffe die Bedarfe durch die untersuchten Zukunftstechnologien bis zum Jahr 2035 stark steigen werden. Bei einigen Rohstoffen, speziell für Technologien der Energie- und Verkehrswende, könnten die zukünftigen Bedarfe weit über dem heute produzierten Angebot liegen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die Studie „The Growing Role of Minerals and Metals for a Low-Carbon Future“ der Weltbank. Entsprechend muss die primäre Gewinnung dieser Rohstoffe erhöht werden. Dabei gilt es darauf zu achten, dass der Abbau der Rohstoffe unter Einhaltung von menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten geschieht und die Produktionsländer eine faire finanzielle Beteiligung an den durch den Abbau generierten Einnahmen erhalten.

Darüber hinaus gilt es die Anstrengungen bezüglich der Rückgewinnung dieser Rohstoffe durch effiziente Recyclingprozesse zu verbessern. Denn das Recycling von Metallen ist unterschiedlich stark entwickelt.