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Fernerkundung in der Entwicklungszusammenarbeit

Fernerkundung in der Katastrophenvorsorge

Beispiel für eine Hochwasserrisikokarte des CEMS im Drin-Einzugsgebiet.

Nutzung von Fernerkundung am Beispiel Umsetzung der EU-Hochwasserrichtlinie in den westlichen Balkanstaaten

Im Auftrag des BMZ unterstützt die GIZ seit 2012 staatliche Einrichtungen in Albanien, Montenegro, Kosovo und Nordmazedonien bei Hochwasservorhersagen und grenzübergreifender Zusammenarbeit zur Verringerung von Hochwasserrisiken, aktuell im Projekt „Anpassung an den Klimawandel durch grenzüberschreitendes Hochwasserrisikomanagement im westlichen Balkan“. Das Projekt konzentriert sich auf das Einzugsgebiet des Drins und unterstützt nationale und lokale Institutionen in Albanien, Kosovo, Montenegro und Nordmazedonien. Unter anderem unterstützt das Projekt seine Partnerinstitutionen mit technischem und methodischem Fachwissen bei der partizipativen Entwicklung von Karten zu Hochwassergefahren und -risiken gemäß der EU-Hochwasserrichtlinie.

Der Notfallkartierungsdienst (engl. Emergency Management Service, CEMS) des Erdbeobachtungsprogrammes Copernicus wurde im Auftrag der GIZ durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) aktiviert, um umfassende Analysen zum Hochwasserrisiko im Drin­Einzugsgebiet erstellen zu lassen.

Bereits im Vorfeld zu der Aktivierung des CEMS fanden Workshops statt, in denen unter der Beteiligung der GIZ, des BBK und der national zuständigen Behörden und Institutionen aus Albanien, Montenegro, Kosovo und Nordmazedonien die Nutzung von Fernerkundung erörtert und die gemeinsamen Anforderungen an die Satellitenanalyse abgestimmt und spezifiziert wurden. Im Rahmen des Beteiligungsprozesses wurden mehreren Konsultationen mit den Projektpartnern durchgeführt. So entstand eine gemeinsame Vorstellung über die Anforderungen an die Fernerkundungsprodukte aus Nutzersicht, wodurch die Akzeptanz erhöht werden konnte.

Die daraufhin durch den CEMS erstellten Karten zeigen potenzielle Überschwemmungsflächen und geben Aufschluss über zu erwartende ökonomische Schäden im Hochwasserfall. In einem in Durrës (Albanien) durchgeführten Workshop wurden nicht nur die Ergebnisse, sondern auch eine zuvor durch einen externen Dienstleister durchgeführte Evaluation der Kartenergebnisse präsentiert, um mögliche Limitationen mit den Teilnehmenden zu diskutieren. Die Karten dienen zuständigen Behörden und Institutionen in der Projektregion als wichtige Informationsgrundlage, um daraus geeignete Schutz­ oder Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

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