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Fernerkundung in der Entwicklungszusammenarbeit

Fernerkundung im Sendai-Monitoring

Sendai Framework for Disaster Risk Reduction 2015 - 2030

Das Projekt Cop4Sen

Mit der Entscheidung zum Sendai Rahmenwerk der Vereinten Nationen 2015-30 ist die dritte Weltkonferenz zur Katastrophenvorsorge zu Ende gegangen. Dabei verpflichteten sich die Staaten weltweit dazu, durch Vorsorgemaßnahmen die Auswirkungen von Naturkatastrophen substantiell zu verringern. Das Sendai-Rahmenwerk formuliert sieben Ziele, um bis 2030 die Katastrophenrisiken und Verluste jeglicher Art weltweit zu minimieren.

Zur Messung des globalen Fortschritts bei der Umsetzung des Sendai-Rahmenwerks wurden 38 Indikatoren identifiziert. Die Staaten verpflichten sich, diese Indikatoren im Sendai-Monitor zu veröffentlichen. Jedoch stehen nicht für alle Indikatoren die benötigten Daten und Informationen zur Verfügung – Datenlücken sind insbesondere in Entwicklungsländern eine große Herausforderung.

International ist zwar anerkannt, dass Satellitendaten der Umsetzung des Sendai Rahmenwerks für Katastrophenvorsorge dienen können, jedoch müssen spezielle Geodaten-Analysen entwickelt werden, da Sendai-Indikatoren aus Satellitendaten bislang von keinem Dienst bereitgestellt werden. Mit dem Projekt Cop4Sen entwickelt das Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gemeinsam der GIZ Verfahren, mit denen die national zuständigen Stellen für die Umsetzung des Sendai-Rahmenwerks flächige Daten für die Erfassung von Sendai-Indikatoren aus Fernerkundungsdaten verwendet werden können um ein global konsistentes Reporting zu gewährleisten. Thematisch sollen aus Satellitenbeobachtungen und Modellen flächendeckend ökonomische Schäden durch Hochwasser in der Landwirtschaft und an kritischen Infrastrukturen ermittelt werden.

Um die Einbettung der Fernerkundung in die behördlichen Geschäftsprozesse sicherzustellen, arbeitet Cop4Sen eng mit den nationalen Sendai Kontaktstellen der Projektländer zusammen (Deutschland und Vietnam). Das Vorgehen wird mit den beteiligten Ressorts und Akteuren abgestimmt, um die Akzeptanz der Fernerkundungstechnologie im behördlichen Kontext zu erhöhen. In Deutschland sind dies das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), Auswärtiges Amt, Deutsches Rotes Kreuz, BMZ und GIZ. Fernerkundung kann die Sendai-Indikatoren nicht vollständig bereitstellen, da in den Daten beispielsweise keine direkten Aussagen über Todesopfer getroffen werden können. Fernerkundung entfaltet sein Potential oft erst in Verbindung mit anderen Daten und Informationen. So können beispielsweise durch Verschneiden der aus Fernerkundung abgeleiteten Landnutzungskarten mit sozio-ökonomischen Kennziffern neue Karten über Vermögenswerte berechnet werden. Mit Hilfe dieser Karten wiederum werden Schäden durch Hochwasser berechnet.

Das Projekt folgt den Principles for Digital Development, indem die Entwicklung der Verfahren in Abstimmung mit den Nutzenden – hier den nationalen Sendai-Kontaktstellen – und auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet („Desing with the user“), offene Daten aus dem Copernicus Programm zum Einsatz kommen („Use open data“) und Methoden (Algorithmen) auf bestehenden Verfahren basieren („Reuse and improve“), die an die jeweiligen Landesspezifischen Kontexte angepasst werden („Understand the existing ecosystem“). Die Projektpartner in Cop4Sen vernetzen sich unter anderem auf der Fachebene („Be collaborative“), bspw. der GP-STAR und der Group on Earth Observation (GEO).

Das Projekt Cop4Sen "Ermittlung von Sendai-Indikatoren mit Fernerkundung"

Weiterführende Informationen: