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Entwaldung mit digitalem Geodatenmanagement verhindern

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Auf einen Blick

Weltweit sind Wälder von Abholzung bedroht. Digitales Geodatenmanagement hilft Behörden in Ecuador und Laos, den Wald besser vor illegaler Abholzung zu schützen.

Der brennende Amazonas in Brasilien sorgt weltweit für Schlagzeilen. Auch im benachbarten Ecuador ist der tropische Regenwald durch die Ausweitung von Viehhaltung und Ackerbau sowie den Bergbau bedroht. Dabei spielen Wälder als Kohlenstoffspeicher und Lebensraum vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben.

Bislang verfügte das ecuadorianische Umweltministerium über unzureichende Mittel, die illegale Entwaldung zu bekämpfen. Die KfW unterstützte daher zwischen 2017 und 2019 im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit 5,5 Mio. EUR den Aufbau eines Waldmonitorings, welches die Datenlage zur Entwaldung wesentlich verbessert.

Digitale Fernerkundung im ecuadorianischen Umweltministerium

Grundlage sind Satellitenaufnahmen, die über weitere komplexe Techniken verfeinert werden. Hochwertige neue Hardware macht die Datenverarbeitung in Ecuador möglich. Ministeriumsmitarbeiter erhielten Schulungen und führten neue, arbeitsteilige Prozesse zur Datenanalyse ein.

Das verbesserte Geodatenmanagement im Ministerium hilft wiederum den Park-Rangern im nördlichen Amazonas-Gebiet. „Die Arbeit als Park-Ranger ist mühsam und teilweise sehr gefährlich. Durch das Projekt können die Ranger Entwaldung auf einen Hektar genau aufdecken“, erklärt Alexandra Mylius, verantwortliche KfW-Projektmanagerin.

Früher konnten Forstkontrollen illegale Entwaldung nur mithilfe von Anzeigen der Bevölkerung oder ungenauer Satellitenbilder aufdecken. Heute bekommen sie zweiwöchentlich aktualisierte Daten von den entlegensten Teilen des Regenwaldes auf ihre Tablets – ein Riesenfortschritt. Die Ranger können so gezielt die entwaldeten Stellen aufsuchen, Fotos machen und GPS-Daten aufnehmen. Dies ist eine Voraussetzung dafür, um illegale Entwaldung zur Anzeige zu bringen. „Mit dem neuen Waldmonitoring können die Park-Ranger und die Mitarbeiter im Umweltministerium in Ecuador viel effektiver und wirkungsvoller arbeiten“, versichert Mylius.

Digitale Fernerkundung mithilfe von Satellitenbildern und GPS-Daten soll auch in Laos die fortschreitende Abholzung des Waldes verhindern. Immer mehr Wald muss in dem südostasiatischen Land großen Infrastrukturprojekten und illegaler Abholzung weichen.

Um die 150 Mikrosatelliten sammeln Bilder, die sogar die Abholzung einzelner Bäume aufzeichnen können. Daneben dokumentiert ein Kennzeichnungssystem entlang der gesamten Produktionskette, woher einzelne Hölzer stammen. Ziel ist es zu verhindern, dass Holz aus illegaler Waldrodung in den internationalen Handel gelangt. Die KfW setzt das im Rahmen der EU-Initiative „Forest Law Enforcement, Governance and Trade“ (FLEGT) durchgeführte Projekt mit fast 20 Mio. EUR im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) um. Zum Förderumfang gehört die Finanzierung von Schulungen im Forstsektor sowie entsprechender Ausrüstung.