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Digitalzentrum Tunesien

Auf einen Blick

Eine der drängendsten Herausforderungen für Tunesien ist die seit zwei Jahrzenten anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Frauen. Auch das jährliche Anwachsen der Erwerbsbevölkerung von ca. 30.000 Personen wird in Zukunft nicht vom Arbeitsmarkt absorbiert werden können.

Die digitale Wirtschaft könnte zur Bewältigung dieser Herausforderung zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik (INS) machte der IKT Sektor Stand 2019 etwa 11 % des tunesischen Bruttoinlandsprodukts und ist damit bereits eine tragende Säule der tunesischen Wirtschaft.

Mit dem nationalen Strategieplan „Tunisie Digitale 2020“ des Ministeriums für Kommunikationstechnologien und digitale Wirtschaft sowie dem vom Parlament verabschiedeten Start-up Act hat sich das Land bereits konkrete Ziele für die Förderung der digitalen Wirtschaft und deren Beschäftigungspotenziale gesetzt. Die Strategie sieht vor, den Beitrag des IT-Sektors an der Wirtschaftsleistung zu steigern und dabei jährlich 25.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Zudem wird eine Verfünffachung der Exporte des IT-Sektors angestrebt, womit sich Tunesien als ein international führender Standort für IT-Dienstleistungen etablieren soll.

Aktuell entwickelt Tunesien eine neue Digitalstrategie. Langfristig will sich das Land dabei zum digitalen Hafen für Afrika (Anlandung von Unterseekabel in Bizerte), Datenspeicher für Europa (Aufbau der größten Server-Farm Afrikas), Standort für Offshoring-Investitionen europäischer Unternehmen und Vorreiter für 5G-Technologien entwickeln.

Aktuell sind allerdings noch einige Herausforderungen zu bewältigen, insbesondere im Bereich Bildung. Ein zentrales Problem für Unternehmen der digitalen Wirtschaft in Tunesien ist es einerseits, gut ausgebildetes Personal zu halten und andererseits die fehlenden arbeitsmarktrelevanten Praxiserfahrungen der Absolvent/innen von Hochschulen aufzubauen. Frauen haben es aufgrund fehlender Chancengleichheit besonders schwer, den Berufseinstieg in der digitalen Wirtschaft zu meistern.

Die dargestellten Probleme bezüglich Beschäftigung, beruflicher Bildung und Wirtschaftswachstum spiegeln die Erkenntnisse des freiwilligen Fortschrittsberichts von 2019 der tunesischen Regierung zur Umsetzung der Agenda 2030 wieder und greifen die Ziele der nationalen Umsetzungsstrategie zur Agenda 2030, dem Plan Stratégique de Développement 2016-2020 im Bereich wirtschaftliche Entwicklung, Beschäftigung und Inklusion auf.

Unser Ansatz

Das Digitalzentrum Tunesien adressiert die oben genannten Herausforderungen in den Bereichen Ausbildung und Jobförderung und unterstützt die tunesische Regierung bei der Umsetzung von digitalen Reformen. Darüber hinaus kooperiert es mit Make-IT und dem Public Private Partnership-Projekt von Orange. Außerdem fokussiert sich das Digitalzentrum auch auf die Erleichterung von Investitionen, den Aufbau eines Start-up-Ökosystems, die Förderung von Innovationen im öffentlichen Sektor sowie die Themen digitale Gesundheit und E-Payment.

Im Jahr 2019 eröffnet, ist das Digitalzentrum seit der Zusammenführung mit einem Projekt von Expertise France im Juni 2021 gegenwärtig unter dem Namen „The DOT“ bekannt. Mit der hochrangigen Eröffnung des „DOT“ durch den tunesischen Premierminister hat auch das Digitalzentrum mit seinen Services, wie dem AIHub, dem Industry 4.0 Hub, dem GSMA Mobile Solution Hub oder dem DOT Landing Projekt auf zwei Etagen eine physische Anlaufstelle gefunden.

Erfolgsgeschichten

Das Digitalzentrum Tunesien kann in seiner Geschichte auf eine Vielzahl von Erfolgsgeschichten verweisen und ist ein Aushängeschild, deutscher digitaler Entwicklungszusammenarbeit. So hat es während der COVID-19 Pandemie 54 tunesische Exportunternehme individuell unterstützt, um Exporte auch in der Krise aufrechtzuhalten. Begleitet wurden sie von qualifizierten Beratern, die Sie bei der Erstellung spezieller Marketing- und Exportpläne unterstützten.

Darüber hinaus wurden in Kooperation mit dem Digitalzentrum Irak zu Beginn der Pandemie fehlende Gesichtsmasken in 3D-Druckern produziert. Außerdem gelang es dem Digitalzentrum Tunesien gemeinsam mit 8 weiteren Ländern, das Land bei der Beschaffung eines Telemedizinsystems zu beraten.

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