Digitalstrategie

Ziel 1: Arbeit

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist der Schlüssel für Beschäftigung. Digitalisierung kann dabei Katalysator für ein faires, nachhaltiges und inklusives Wirtschaftswachstum sein. Wir setzen uns weltweit für faire und gute Arbeitsbedingungen online und offline ein. Wir unterstützen unsere Partnerländer dabei, die Möglichkeiten der Digitalisierung für mehr Handel und neue Jobchancen zu nutzen, insbesondere für die Jugend und Frauen.

Wie wollen wir das unterstützen?

Durch gezielte Wirtschaftskooperationen zwischen europäischen und afrikanischen Unternehmen wollen wir neue Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, der Industrie und der wachsenden Digitalbranche schaffen. Die Digitalisierung bietet Chancen, benachteiligte Gruppen und kleine und mittlere Unternehmen besser in die Wirtschaftskreisläufe einzubeziehen.

Wir wollen das Potenzial digitaler Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Entwicklungsländer nutzbar machen und neue digitale Lösungen mit unseren Partnern entwickeln. Moderne Produktionsprozesse können gut bezahlte und sozial abgesicherte Jobs schaffen und die Umwelt schonen.

Besonders wichtig ist uns dabei die Förderung von fairem und nachhaltigem Handel mittels Online- Plattformen – für Güter aber auch für digitale Dienstleistungen. Wir werden insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen helfen, digital langfristig auf den Weltmarkt zu treten. Wir wollen dafür insbesondere Wissen über Online-Handel und Dienstleistungen verbreiten und Lösungen suchen, wie Online-Plattformen zu fairer, formalisierter und sicherer Arbeit beitragen können.

Digitale Anwendungen können Bäuerinnen und Bauern Zugang zu mehr und besseren Informationen und Dienstleistungen verhelfen. Nur so können sie auf globalen Märkten bestehen. Informationen über Rohstoffpreise in Echtzeit erhöhen Transparenz und Fairness im Verkauf von Agrarrohstoffen. Die digitale Transformation wirkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Von Bildungsangeboten und Informationen, die beim Anbau von Agrarrohstoffen helfen, über Preistransparenz auf lokalen Märkten bis zur Herstellung für die Endverbraucher*innen. IT-gestützte Rückverfolgbarkeitssysteme, wie etwa Blockchain, erlauben lückenlose Transparenz über globale Agrarlieferketten und ermöglichen direkten Kontakt zwischen Produzent*innensowie Endverbraucher*innen. Diese Transparenz kann auch die Kaufentscheidung von Wirtschaftsunternehmen und Endverbraucher*innen für nachhaltig und fair gehandelte Produkte verbessern.

Ein besserer Zugang zu Finanzdienstleistungen schafft neue Märkte, Teilhabe am Wirtschaftsleben und ermöglicht Gründer*innen die Verwirklichung ihrer Geschäftsideen. Eine der bekanntesten Finanzinnovationen ist M-Pesa aus Kenia, ein mobiles Bezahlsystem per Handy und ganz ohne klassisches Bankkonto – ein enormer Entwicklungssprung. Digitale Lösungen können insbesondere auch einkommensschwache und benachteiligte Gruppen, Kleinstunternehmen und ländliche Gegenden erreichen und sie in Wirtschaftskreisläufe einbinden.

Fairwork Foundation

Um die negativen Auswirkungen digitaler Plattformökonomien auf Beschäftigte in Entwicklungsländern zu minimieren, bedarf es fairer Arbeitsbedingungen. Gemeinsam mit dem Oxford Internet Institute etabliert das BMZ daher die “Fairwork Stiftung”. Diese ermöglicht eine Zertifizierung von fairen Plattformen und ein Ranking der arbeitsrechtlichen Standards und sozialen Sicherung der Plattformbetreibenden.

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Zukunft der Arbeit

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts haben Megatrends wie Globalisierung, Digitalisierung, der Klimawandel und die demografische Entwicklung, den Wandel globaler Wirtschaftsstrukturen beschleunigt. Die Digitalisierung spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. Sie verändert die Arbeitswelt in den Partnerländern der deutschen EZ grundlegend. Die Einzelmaßnahme Zukunft der Arbeit adressiert die Chancen und Herausforderungen dieser Entwicklung.

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