Digitalstrategie

Cybersecurity

© Karin Desmarowitz/GIZ

Auf einen Blick

In Entwicklungsländern ist der Einsatz von IKT oft deutlich weitgreifender als beispielsweise in Deutschland. Die großflächige Einrichtung von Handy-Bezahlsystemen, die Einführung digitaler Steuersysteme oder Online-Bildungsangebote müssen verlässlich funktionieren, wenn sie Rückstände der jeweiligen Sektoren nachhaltig überwinden sollen. Cyber-Sicherheit ist auch eine wichtige Grundlage beim Aufbau einer Digitalwirtschaft, da digitale Geschäftsmodelle ohne IT-Sicherheit und Vertrauen der Kunden nicht erfolgreich sein können.

Viele Partnerländer haben Unterstützungsbedarf bei der (Weiter-)Entwicklung und Umsetzung eigener Cyber-Sicherheits-Strategien und -Systeme. Rückstände im Aufbau von Cyber-Kapazitäten können gerade ärmere und benachteiligte Länder und Bevölkerungsgruppen Cyber-Bedrohungen aussetzen und in ihrer Entwicklung einschränken oder zurücksetzen. Die deutsche EZ muss bei der Arbeit mit Partnerländern jedoch im Auge behalten, dass einige Staaten das Thema Cyber-Sicherheit nutzen, um Freiheiten und Rechte ihrer Bürgerinnen und Bürger mittels Zensur und Repressionen einzuschränken. Stärkung und Schutz der digitalen Sicherheit ist eine wichtige Zukunftsaufgabe der deutschen EZ, da ohne sie das Potenzial des digitalen Wandels nicht (voll) entfaltet werden kann.

In der Cyberaußenpolitik und Cybersicherheitspolitik der Bundesregierung spielt das Thema des Aufbaus von Cybersicherheitskapazitäten eine zentrale Rolle. Neben der „Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland 2016“ lässt sie sich dabei unter anderem von den Schlussfolgerungen des Rates über Cybersicherheitskapazitäten und deren Aufbau in der EU, die der Rat (Allgemeine Angelegenheiten) am 19. März 2019 angenommen hat, leiten.
Auf europäischer Ebene unterstützt die Bundesregierung im Rahmen des Gobal Action on Cyber-Crime (GLACY) Projekts und des Nachfolgeprojekts GLACY+ in sieben Partnerstaaten (Mauritius, Marokko, Philippinen, Senegal, Südafrika und Tonga) Maßnahmen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen in den Staaten an die Budapest Convention on Cybercrime und die lokalen Kapazitäten der Datenforensik und Beweissicherung zu verbessern. Im Rahmen des Euromed Police Programms, bei dem mit den Anrainerstaaten des Mittelmeers kooperiert wird, stellt die Fortbildung in den Bereichen der Bekämpfung von Cyber-Kriminalität und Cyber-Terrorismus ein Prioritätsfeld dar.
Das BMZ plant außerdem, den Ausbau von Cybersicherheitskapazitäten in das neue digitale EZ-Portfolio in Tunesien zu integrieren.

 

Der Zivile Friedensdienst (ZFD)

Das BMZ fördert zudem den Zivilen Friedensdienst (ZFD) als ein Programm für Gewaltprävention und Friedensförderung in Krisen- und Konfliktregionen. Neun deutsche Friedens- und Entwicklungsorganisationen führen den ZFD gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen durch. Fachkräfte des ZFD unterstützen Menschen vor Ort langfristig in ihrem Engagement für Dialog, Menschenrechte und Frieden. Dazu gehören mittlerweile auch die Aufklärung über Desinformation und Hassrede im digitalen Raum.
In Vorhaben der finanziellen Zusammenarbeit mit digitalen Komponenten wird bei der Projektidentifikation und -vorbereitung anhand einer Cybersecurity-Checkliste geprüft, ob und ggf. inwiefern es Indizien hinsichtlich eines Cybersecurity-Risikos bei dem jeweiligen Projektträger und anderen relevanten Akteuren gibt. Ggf. wird eine detaillierte Cybersecurity-Analyse durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen dieser Analyse wird das Projekt je nach Ausprägung und Möglichkeiten der Mitigierung des Risikos nicht oder nur unter Auflagen durchgeführt. Um sicherzustellen, dass auch in der Implementierungsphase Cybersecurity-Aspekte adäquat Berücksichtigung finden, werden die Projektträger – sofern nötig – im Rahmen von Maßnahmen der personellen Unterstützung auch dabei unterstützt. Wir tragen damit dazu bei in den Partnerländern sowohl das Bewusstsein für Cybersecurity zu schaffen als auch in den Projektträgern entsprechende Kenntnisse aufzubauen.

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