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Digitalisierung und Inklusion

Irak/GIZ Buse Ayşen Çubuk

Auf einen Blick

E-Mails und Hörbücher, Untertitel, Buchstaben auf Tastaturen, Spracherkennungs- und Spracheingabe (Siri, Alexa etc.) – all das wurde ursprünglich für Menschen mit Behinderungen entwickelt und wird jetzt von einer breiten Masse genutzt. Warum? Herausforderungen für Menschen mit Behinderungen fördern Innovationen. Produkte und Dienstleistung von Anfang an inklusiv zu gestalten, kommt deshalb nicht nur Menschen mit Behinderungen zugute – es fördert die Benutzerfreundlichkeit für alle. Gleichzeitig stellt inklusives Design ein Geschäftsmodell dar: der Kreis der potenziellen Nutzer*innen und Kund*innen von Produkten und Dienstleistungen wird erhöht.

Digitale Technologien können Inklusion von Menschen mit Behinderung fördern. Weltweit leben über eine Milliarde Menschen mit Behinderungen, rund 80% von ihnen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die deutsche Entwicklungspolitik hat sich mit der Unterzeichnung und Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Prinzip der Agenda für nachhaltige Entwicklung (SDG) „Niemanden zurücklassen“ verpflichtet die Inklusion von Menschen mit Behinderung weltweit zu unterstützen. Dabei kommt uns allen zugute, dass Inklusion in einer digitalen Gesellschaft leichter zu erreichen ist, als in einer ohne Smartphones, Laptops, Internet und künstlicher Intelligenz. Denn digitale Technologien können schwer zugängliche Produkte, Dienstleistungen, Kommunikationsmittel und Informationen zugänglich machen und damit bestehende Inklusionsbarrieren (visuell, Audio, Mobilität, Kommunikation) überwinden. Smartphone-Apps können Gegenstände erkennen und beschreiben, auf Hindernisse aufmerksam machen und durch Sprachausgabe verbale Kommunikation ermöglichen. Vorlesefunktionen und Spracherkennung an Computern und Laptops ermöglichen Menschen mit Behinderungen leichteren Zugang zu Bildung und dem Arbeitsmarkt.

Doch digitale Transformation sind für Menschen mit Behinderungen nicht immer nur mit Vorteilen verbunden. Auch Benachteiligungen können verstärkt werden. Warum? Immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Lebens werden digitalisiert, während gleichzeitig digitale Produkte und Dienstleistungen oft für Menschen mit Behinderungen nicht zugänglich sind. Digitaler Bürgerservice, digitale Gesundheitsdienstleistungen, Online-Banking, Online-Jobportale, oder auch digitale Bildungskurse ohne Vorlesefunktion und einfacher Sprache, schließen Menschen mit Behinderungen aus. Mehr noch: Menschen mit Behinderungen sind besonders oft von Armut betroffen und können sich deswegen digitale Technologien und teure Zusatzsoftware nicht leisten. Die Schulung in der Nutzung dieser Technologien ist unzureichend und Regierungen, Arbeitgeber und Mitbürger haben zu wenig Bewusstsein über die Vorteile inklusiver Technologien. Deswegen sind Menschen mit Behinderungen eine der Gruppen, die am meisten vom digitalen Wandel ausgeschlossen werden. Dadurch werden nicht Menschen mit Behinderungen vernachlässigt – auch alle anderen Menschen profitieren nicht von digitalen Innovationen inspiriert von Barrieren und einer besseren Benutzerfreundlichkeit für alle.

Umsetzung

Picture 1/2: The GIZ project "ICT Perspectives for a Modern Youth in Iraq" conducted a training and design thinking workshop with persons with disabilities in Erbil, Iraq, in January 2020. The aim of the training was to identify challenges in their everyday life and to develop solutions for their problems. The training taught the use of digital production tools and 3D printers. Pictures: Iraq/GIZ Buse Ayşen Çubuk
Picture 2/2: CDPO staff, Mean Vibolratanak and Phon Chhoun, test out the DDA data collection tablets at the CDPO offices. Mean Vibolratanak has worked as a training assistant at CDPO for the last 4 years. He contracted polio when he was 3 years old, and as a result is now a wheelchair user as he suffers from poliomyelitis in his legs. Phon Chhoun has worked as a cleaner at CDPO for the last 10 years. She also contracted polio as a child and now suffers from poliomyelitis in her right leg.

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